11. Oktober 2005, 20:41 Uhr, Alinarealitätder mond ergießt sich in grünen strömen über das schwelgende graublau der sterbenden akazienbäume. rund wie eine scheibe, verformt zu einer zweidimensionalen lächerlichkeit bröckelt der sandige rest auf die braunen wurzeln. unter den bäumen eine fast undurchdringliche dunkelheit. vereinzelte grüne punkte stechen erschreckend raus. es sind lichtstrahlen, die die klitzelkleine lücke der realität gefunden haben.
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21. Februar 2005, 18:38 Uhr, Alinamuuuuuuuuuuuh!eene mene mu!
und schon ist es vorbei. der mond geht in der blauen wasserfarbe unter. krasse grüne wasserkröten fraßen sich die sich schlängelnden glitschpflanzen hoch. oben angekommen, kotzten sie ihre Gedanken in das gesicht des blonden leichtsinnigen mannes. eine krasse magische kraft zieht ihn in richtung der schwarzen, glänzenden krötenaugen. er verliebt sich sofort in die schwule kröte. tacatacatac - rabe auf unbekanntem weg, spießt das kotzende tier auf und lässt den guten verdattert stehen.
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21. Februar 2005, 18:27 Uhr, Alinakrass!
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24. Februar 2004, 19:57 Uhr, AlinaDie Schwere'Sie wissen doch, es gibt keine Anonymität.' Still stand Jörg vor dem großen braunhaarigen Mann. Seine Sekretärin saß in der hintersten Ecke des Raumes und nickte zustimmend. Jörg wusste, dass sie ihn bewunderte. Sobald sie ihren Blick auf ihn richtete, glätteten sich für einen Moment ihre Gesichtszüge; dann kam, für den Beobachter ganz unerwartet, die Andeutung eines Lächelns. Zwei, vielleicht nur einer, ihrer Muskeln um den Mund regte sich in einer unwillkürlichen Bewegung, die ihr kaum bewusst war. Der Mann fixierte Jörg mit einem ernstgemeinten Blick. Er enthielt die Aufforderung das letzte Fünckchen seiner Selbstachtung herzugeben und sein Innerstes offenzulegen, damit er mit einem Messer die Adern zu seinem Herzen zerschneiden konnte. Doch Jörg war in diesen Dingen sensibel. Einen Hauch, bevor der Mann die Hand nach seiner Schulter ausstreckte, wich Jörg zurück. Er sah sich selbst in Zeitlupe die Tür des Büros öffnen. Immer noch den Blick nach vorn gerichtet, überschritt er rückwärts die Türschwelle, ging einen Schritt nach rechts, blieb schwerfällig stehen und machte die Tür zu. Er hatte den Eindruck mit doppelter Schwerkraft nach unten gezogen zu werden. Die Vorstellung einfach im Erdinnern zu verschwinden machte ihm Angst. Der Mann klopfte an die Tür und sagte mit sachlicher Stimme: 'Kommen Sie rein! Wir haben was zu besprechen.' Jörg atmete auf. Er seufzte vor Erleichterung, denn sein Gegner konnte die Schwelle nicht überschreiten. Dampfend und schwitzend rutschte er auf der Holztreppe aus. Bewegungslosigkeit- und das Starren auf den dreckigen Boden...
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11. Februar 2004, 22:59 Uhr, AlinaEnde der SommerhitzeDas Efeu schlief auf der Mauer und das goldene Sonnenlicht fiel auf die roten Ziegelsteine. Es war Abend. Der Sommer ging seinem Ende zu. Die letzten warmen Sonnenstrahlen hüllten Jörgs Körper in ein wohliges Gefühl. Er wusste, dass er jetzt genau zu diesem Zeitpunkt einfach hierhin gehörte. In der Ferne sah er die Hügel. Sie waren bedeckt mit Tannen, durch die das Sonnenlicht blitzte. Schillernd fielen ihm die taubedeckten Wiesen ein. Sie vermittelten eine ausgeglichene Ruhe, die ab und zu nur vom Schrei eines Vogels unterbrochen wird. Zirpende Grillen, trockenes, gelbes Gras, Heu, der Duft der Blumen und eine Wiese, über die man drüberrennt und sich einfach fallen lässt. Plumps! Es ist getan. Er streckte sich mit allen Vieren aus, als ob er einen Engel in den Schnee zeichnen wollte, und genoss.
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11. Februar 2004, 22:33 Uhr, AlinaJörg und die ErinnerungHeute ging Jörg die Straße hinab. Er blickte auf den Boden und sah einen Pflasterstein neben dem anderen. Sie waren dicht aneinandergepfercht. Grau, einfach nur trostloses Grau. Die Häuser waren genauso. Zwar unterschieden sie sich minimal in ihrer Bauweise, aber alles in allem ähnelten sie sich so sehr, dass sie fast schon wieder gleich waren. Ich stand Jörg gegenüber. Wir zuckten mit den Mundwinkeln und versuchten uns gegenseitig ein Lächeln hervorzulocken. Aber es schien uns nicht zu gelingen. Die Trostlosigkeit dieser grauen Welt hatte sich in unsere Seele gefressen. Ich hatte ihn sehr gerne. Die einzigste Wärme in dieser Welt war unsere Freundschaft. Sie war ein prächtiges Farbenspiel, ein Jauchzen auf der staubbedeckten Straße. Es hallt in den Hauseingängen und Fluren wieder, wo Menschen mit säuerlichen Putzmitteln und vollen Wassereimern hantieren. Jörgs ausgewaschenes schmutziggrünes T-Shirt passte perfekt zu dieser Umgebung. Alte Jeans, T-Shirt und Turnschuhe- wir standen auf dem Platz unserer Kindheit. Die Sonne schien heiß auf unsere Köpfe herab. Ich hakte mich bei ihm ein und wir wechselten von der prallen Sonne in die eisige Kälte des Hausflurs. Er gab mir einen Kuss und wir verabschiedeten uns. An diesem Tag hatte ich Jörg zum letzten Mal gesehen. Es war ein beklemmendes Gefühl, das schmerzte. Obwohl ich es bald verdrängte, wusste ich, dass es Jahre später wieder auftauchen würde. Das konnte nicht alles gewesen sein. Die einzigste Gewissheit im letzten Hausflur dieser Stadt.
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Alina im Februar | Februar |
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